Biografie Umberto Eco
Umberto Eco - Kritiker, Essayist, Schriftsteller und Semiologe - wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria geboren.
Im Alter von 22 Jahren erwarb er den Hochschulabschluß an der Universität Turin mit einer Magisterarbeit über die Lehre der Ästhetik des Thomas von Aquin; 1956 erschien der Band „Die Frage der Ästhetik beim Heiligen Thomas“.
Nachdem Eco von 1954 bis 1959 als Kulturredakteur beim staatlichen Fernsehen RAI tätig war, lehrte er in den sechziger Jahren zuerst an der Philosophischen Fakultät der Universtiät Mailand, später an der Fakultät für Architektur der Universität Florenz und schließlich am Politechnikum in Mailand. Umberto Eco war außerdem Mitglied der Gruppe 63, in deren Kreis er sich als brillanter und herausragender Theoretiker erwies.
Von 1959 bis 1975 arbeitete er als Senior Editor im Verlagshaus Bompiani. Im Jahre 1975 wurde er als Professor für Semiotik an die Universität Bologna berufen, wo er eine lebhafte und streitbare Schule gründete. In den Jahren 1976-77 und 1980-83 leitete er das Institut für Kommunikation und Schauspiel an der Universität Bologna.
Umberto Eco wurde mit zahlreichen Ehrendoktoraten verschiedener Universitäten, an denen er auch Seminare abhielt, ausgezeichnet. Seit 1989 ist er Präsident des „International Center for Semiotic and Cognitive Studies“, seit 1994 Ehrenpräsident der „International Association for Semiotic Studies“ und seit 1999 Präsident des „Instituts für höhere humanistische Studien“ an der Universität Bologna. Am 14. Oktober 2003 wurde Umberto Eco vom französischen Staatspräsidenten Jacques Chirac mit dem offiziellen Titel der „Legion d’Honneur“ ausgezeichnet.
Eco war Mitarbeiter der UNESCO, der Triennale von Mailand, der EXPO 1967 – Montreal, der „Fondation Européenne de la Culture“ und vieler weiterer Organisationen, Akademien, nationaler und internationaler Publikationen.
Umberto Eco arbeitete nicht nur mit Tageszeitungen („Il Giorno“, „La Stampa“, „Il Corriere della Sera“, „La Repubblica“, „Il Manifesto“) und Zeitschriften („L’Espresso“) zusammen, wo seit vielen Jahren seine berühmten und beliebten „Streichholzbriefe“ erscheinen, sondern auch mit Kunst- und wissenschaftlichen Zeitschriften („Quindici“, „Il Verri“ u. a.). Eco hat in verschiedenen Disziplinen Forschung betrieben: in der Geschichte der Ästhetik, der Poetik der Avantgarde, der Massenkommunikation, der Kultur des Konsums usw. Seine zahlreichen Essays reichen von der Ästhetik des Mittelalters über die Semiotik, bis hin zu Kodizes künstlerischer Kommunikation.
1980 debütierte der bekannte Theoretiker mit dem aufsehenerregenden Roman „Der Name der Rose“, der ein internationaler Erfolg wurde und 1986 mit Sean Connery in der Hauptrolle in die Kinos kam. Seitdem ist Umberto Eco einer der meistgelesenen Romanautoren der Gegenwart, und auch die folgenden Romane „Das Foucaultsche Pendel “, „Die Insel des vorigen Tages“ und „Baudolino“ sind Bestseller in der ganzen Welt. Das Erscheinen seines jüngsten Romans „Die geheimnisvolle Flamme der Königin Loana“ wurde zum wichtigsten Ereignis des Jahres in der italienischen Literatur.
Auszeichnungen (Auswahl)
- 2002 Ehrendoktorwürde der Hebräischen Universität Jerusalem, Prix Méditerranée, Österreichischer Staatspreis für Europäische Literatur 2001
- 2000 Prinz von Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Geisteswissenschaften, Preis der tschechischen Stiftung Vize 97
- 1998 Ehrendoktorwürde der Freien Universität Berlin
- 1998 Aufnahme in den Orden „Pour le mérite für Wissenschaften und Künste“
- 1988 Ehrendoktorwürde der Pariser Universität Sorbonne
- 1985 Commandeur de l’Ordre des Arts et des Lettres, Marshall McLuhan Award
- 1982 Prix Medicis étranger
- 1981 Premio Strega, Premio Anghiari, Premio Il Libro dell’anno
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